Was spart das Auto abschaffen?
Wer das eigene Auto abschafft und auf ÖV-Abo plus Carsharing umsteigt, spart in der Schweiz bei typischer Nutzung CHF 4'000–7'000 pro Jahr — weil die Vollkosten eines Kompaktwagens (CHF 600–900/Monat inklusive Wertverlust) fast immer massiv unterschätzt werden.
💰 Ersparnis: CHF 4'000–7'000/Jahr
Aufwand: hoch (Gewohnheitswechsel) — dafür der grösste EinzelhebelDie Rechnung
| Position | CHF |
|---|---|
| Auto-Vollkosten (12'000 km, inkl. Wertverlust) | 8'500/Jahr |
| GA 2. Klasse | −3'995 |
| Mobility-Budget + 2 Mietwagen-Wochenenden | −1'200 |
| Netto-Ersparnis | ~3'300–4'500 |
So funktioniert der Umstieg
Die Rechnung beginnt mit Ehrlichkeit: Vollkosten des eigenen Autos erheben (Kaufpreis minus heutiger Occasionswert geteilt durch Haltejahre, plus Versicherung, Steuer, Service, Reifen, Parkplatz, Treibstoff) — die Zahl liegt fast immer bei CHF 600–900 pro Monat, doppelt so hoch wie gefühlt. Dagegen das Ersatzpaket stellen: GA oder Verbund-Abo für den Alltag, Mobility/Carsharing für Transporte und Sonderfälle, Mietwagen für Ferienwochen, Taxi-Budget für Notfälle — grosszügig gerechnet CHF 3'000–4'500 pro Jahr. Der Verkauf des Autos liefert zusätzlich einen Einmalbetrag, der direkt Notgroschen oder Depot füllt. Drei Monate Probelauf (Auto stehen lassen, Ersatzpaket leben) machen den Entscheid risikofrei.
Der ehrliche Haken
Das ist kein Universalrezept: Auf dem Land, mit Schichtarbeit, Aussendienst oder drei Kindern im Vereinsalltag ist das Auto oft rational — dort lautet der Hebel «günstiger fahren» (junge Occasion, lange halten, Versicherungen vergleichen), nicht «abschaffen». Der Umstieg kostet real Komfort und Spontaneität: Grosseinkäufe brauchen Planung oder Lieferdienst, das Wochenende in den Bergen einen reservierten Mobility oder den Zug. Wer den Hebel weich testen will, startet mit der Zweitwagen-Frage — der selten genutzte Zweitwagen ist der unbestritten unrentabelste Vermögensgegenstand der Schweiz und fast immer der richtige erste Kandidat.
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Lohnt sich das GA gegenüber Strecken-Abos?
Ab etwa CHF 330 monatlichen ÖV-Ausgaben ja. Viele fahren mit Verbund-Abo plus Halbtax plus sporadischen Spartageskarten günstiger — erst das echte Fahrprofil rechnen, dann das Abo wählen.
Was kostet Carsharing wirklich?
Mobility & Co. verrechnen Stunden- plus Kilometertarife — für gelegentliche Fahrten (Möbel, Grosseinkauf, Ausflug) landet man bei CHF 50–150 pro Monat. Teuer wird Carsharing nur als täglicher Autoersatz — dafür ist es nicht gebaut.
Und wenn ich das Auto beruflich absetzen kann?
Berufskosten-Abzüge mildern die Rechnung, drehen sie aber selten: Auch abzugsfähige Kilometer kosten real. Die Vollkostenrechnung zuerst, die Steueroptik als Fussnote — nicht umgekehrt.
Gründer, Innopulse Consulting GmbH · Finanz- und SaaS-Unternehmer
Leutrim betreibt mehrere Finanzwissensportale für den DACH-Raum. Alle Inhalte werden redaktionell geprüft und regelmässig aktualisiert. Quellen: BSV, AHV, BFS, ESTV, BAG.